2012 fast 1.000 Verfahren gegen Ärzte wegen Korruptionsverdacht

Auch wenn die Entgegennahme von Zahlungen seitens Pharmaunternehmen den Ärzten berufsrechtlich verboten ist, so machen viele Mediziner trotzdem rege davon Gebrauch. Noch vor wenigen Monaten hatte der Bundesgerichtshof – zur großen Verwunderung der Allgemeinheit – diese Schmiergeldannahmen als nicht strafbar erklärt (mehr dazu hier).

Nun erklärte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, gegenüber dem Spiegel, die Kammern hätten im Jahr 2012 gegen beinahe 1.000 Mediziner Ermittlungsverfahren eingeleitet – davon 480 Fälle, die im Zusammenhang mit dem Pharmaunternehmen Ratiopharm stehen. 163 sogenannte Ratiopharm-Ärzte seien mit Strafen belegt worden. Unterstützung erhielt die Bundesärztekammer durch Staatsanwälte, die Akten zu Verfügung gestellt hatten.

Ratiopharm gibt an, sämtliche Fälle stammten aus dem Zeitraum 2002 bis 2005. Seit vielen Jahren schon hätte das Unternehmen von Maßnahmen, die die Öffentlichkeit als unredlich werten könnte, Abstand genommen.

Nun möchte Montgomery, der um das Renommee der gesamten Ärzteschaft fürchtet, mehr Ermittlungsrechte für den eigenen Berufsstand – eine polizeiähnliche Funktion sozusagen –, was ihm harsche Kritik der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) einbringt. Denn bei Korruption handele es sich um kein Kavaliersdelikt, so die GKV.

Korruptionsverdacht bei Ärzten
http://www.tagesthemen.de/multimedia/video/video1245238.html

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Korruption: Ärztekammern haben fast 1.000 Verfahren eingeleitet
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/korruption-aerztekammern-haben-fast-1000-verfahren-eingeleitet-a-877205.html

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